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Mit der Wahl des Heizsystems trifft man eine Entscheidung für oder gegen den Klimaschutz
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Heizen mit erneuerbaren Energien

Das sogenannte Heizungsgesetz, welches die Nutzung von erneuerbaren Energien vorsieht, tritt zum Jahreswechsel in Kraft. Für Millionen Gas- und Ölheizungen soll dies langfristig das Aus bedeuten. Doch wann genau der Umstieg auf erneuerbare Energiequellen Pflicht wird und wie man den neuen Kriterien gerecht werden kann, ist für viele Verbraucher noch immer unklar. Wir werfen daher einen Blick auf die entsprechenden Regelungen des Gebäudeenergiegesetzes (so heißt das Heizungsgesetz offiziell) und informieren über Möglichkeiten, wie man Heizungen auf erneuerbare Energieträger umstellen kann.

Die Weichen für erneuerbare Wärme im eigenen Haus stellen

Sauber heizen für Konto und Klima
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Das sieht die Aktualisierung des Gebäudeenergiegesetzes vor

In Deutschland heizen derzeit etwa die Hälfte der 41 Millionen Haushalte mit Gas und weitere 25 Prozent mit Öl. Dabei zeichnet das Beheizen von Wohnungen und Gebäuden derzeit für etwa zwei Drittel des gesamten Energiebedarfs der Bundesrepublik Deutschland verantwortlich. Nachdem in der Vergangenheit vor allem energiesparende Maßnahmen wie die Gebäudedämmung oder auch die Installation von Photovoltaik-Anlagen zwecks Stromerzeugung gefördert wurde, nimmt sich die derzeitige Ampelkoalition nun den klimaschädlichen Emissionen durch das Heizen mit fossilen Energieträgern an.

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Die bewährte Technik der traditionellen Gasheizung mit erneuerbaren Energien kombinieren und CO2-frei heizen

erweitert mit einer Solarthermie-Anlage oder einer mit Strom betriebenen Wärmepumpe sind Gasheizungen eine bewährte und zukunftssichere Lösung für Ihre Wärmeversorgung

Ab dem ersten Januar 2024 sollen neu eingebaute Heizsysteme zu mindestens 65 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen betrieben werden – das sieht die Aktualisierung des Gebäudeenergiegesetzes vor. Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz greift diese Pflicht zum Jahreswechsel für alle Neubauten in Neubaugebieten. Gleichzeitig räumt das Ministerium Übergangsfristen und Härtefallregelungen ein. Zudem soll die Pflicht an die Erarbeitung kommunaler Wärmepläne, die für Städte ab 100.000 Einwohnern zum ersten Juli 2026 und für kleinere Kommunen zum ersten Juli 2028 vorliegen sollen, gebunden werden.

Unabhängig von den kommunalen Wärmeplanungen sollen neu eingebaute Heizsysteme ab 2029 zu mindestens 15 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen gespeist werden, ab 2035 zu mindestens 30 Prozent, ab 2040 zu mindestens 60 und ab 2045 sogar zu 100 Prozent. Solange es sich lediglich um Reparaturen an bestehenden Heizungen handelt, entfällt die Pflicht zur Umstellung derzeit noch.

Ab 2024 sollten neue Heizungen mit mindestens 65 % erneuerbaren Energien betrieben werden

Effizient Heizen mit erneuerbaren Energien_ Welches System ist gut
© Sonnen

Während es also, trotz Klärungsversuchen, nicht leicht zu verstehen ist, wann und wie genau private Haushalte von der Pflicht zum Umstieg auf erneuerbare Energiequellen betroffen sein werden, ist die Intention und die Richtung der politischen Regelung klar: zukünftig müssen Heizsysteme zu einem immer größer werdenden Anteil aus erneuerbaren Energiequellen gespeist werden. Welche Möglichkeiten hier bestehen, klärt das nächste Kapitel.

Heizen mit erneuerbaren Energiequellen

Es wird voraussichtlich relativ viele Möglichkeiten geben, den Anforderungen des neuen Heizungsgesetzes genüge zu tun. Welche diese konkret sein werden, ist vorerst abhängig von der kommunalen Wärmeplanung und der Verfügbarkeit zentraler Versorgungsformen wie der Fernwärme. Unter Umständen können sogar Gasheizungen weiter betrieben werden, wenn das regionale Gasnetz auf Wasserstoff umgestellt wird. Grundsätzlich werden alle Heizungen legal sein, die sich komplett aus erneuerbaren Energiequellen speisen. Und bis 2045 wird es ausreichen, einen gewissen Anteil der Wärme- und Warmwassererzeugung aus erneuerbaren Energieträgern zu generieren.

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Erneuerbare Energien müssen in den nächsten 20 Jahren fossil betriebene Heizungen ablösen

Das Heizen mit erneuerbaren Energien ist klimafreundlich, effizient und oftmals günstiger
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Wenn man derzeit über eine funktionierende und effiziente Heizung verfügt, sollte daher bis zur Vorlage der kommunalen Wärmeplanung abgewartet werden, bevor alte Heizungen ersetzt werden. Menschen, die jetzt alte und ineffiziente oder defekte Heizsysteme austauschen wollen, sind gut beraten auch ohne die gesetzliche Pflicht zumindest auf einen möglichst hohen Anteil aus erneuerbaren Energien zu setzen, damit ihre Lösungen gute Chancen haben auch über die kommenden Jahre hinaus gesetzeskonform zu sein. Wir haben daher beliebte Heizlösungen, die zumindest teilweise aus erneuerbaren Energiequellen gespeist werden können, zusammengetragen.

Heizen mit Holz

Man könnte meinen, die Installation eines Kaminofen vom Fachmann müsste bereits ausreichen, um einen Anteil erneuerbarer Energieträger in den Heizmix einzubringen. Theoretisch könnte dies auch der Fall sein, denn Holz ist als nachwachsender Rohstoff als erneuerbarer Energieträger eingestuft und ein Kaminofen ist durchaus in der Lage, mehrere Zimmer einer Wohnung oder eines Wohnhauses zu beheizen. Der Gesetzgeber fokussiert allerdings Heizungsanlagen, sodass ein einzelner Ofen höchstens als Sonderfall gelten kann.

Moderne und effiziente Holzfeuerungsanlagen reduzieren Feinstaubemissionen

Mit modernen Heizsystemen ist Holz ein wichtiger Bestandteil der Wärmewende
© Accsys

Es gibt aber beispielsweise auch Holzpelletheizungen, die automatisch alle Anforderungen des Heizungsgesetzes erfüllen. Diese Systeme setzen auf speziell gefertigte Pellets, die aus komprimierten Holzspänen bestehen. Die Pellets sind leicht zu handhaben und können in automatisierten Heizsystemen, wie Pelletöfen oder Pelletkesseln, verbrannt werden. Der Verbrennungsprozess erzeugt Wärme, die dann zur Warmwasseraufbereitung und zur Heizung in das System eingespeist wird. Obwohl auch Holzpellets zwischenzeitlich deutlich teurer wurden, gilt Holz allgemein als sichere und vergleichsweise günstige Energiequelle.

Alternativ dazu könnte man sich auch für einen Biomassekessel, der eine breitere Palette an organischen Materialien nutzen kann, entscheiden. Diese Kessel können mit Holz, Stroh, Pflanzenresten oder sogar landwirtschaftlichen Abfällen betrieben werden. Der Verbrennungsprozess erzeugt Dampf oder heißes Wasser, das dann durch Rohrsysteme geleitet wird, um das Gebäude zu beheizen.

Geothermie und Umgebungswärme

Ein effizienter und langfristig günstiger Weg, erneuerbare Energiequellen für die Beheizung von Gebäuden zu nutzen, ist die Installation von Wärmepumpen. Diese Technologien setzen auf die natürliche Wärme, die in der Erde oder der umgebenden Luft gespeichert ist. Die geothermische Wärmepumpe nutzt die natürliche Wärme aus dem Erdreich oder dem Grundwasser. Dies geschieht durch einen geschlossenen Kreislauf von Flüssigkeit, der in Erdkollektoren oder Tiefenbohrungen verlegt ist.

Mit Hilfe einer Wärmepumpe das Haus heizen und mit Warmwasser versorgen

Die Wärmepumpe als Heizung nutzt erneuerbare Energie_Wärme aus Luft, Boden oder Grundwasser
© Natural Balance Home Builders

Die Wärmepumpe hebt die Temperatur an und gibt die erzeugte Wärme in das Heizsystem des Gebäudes ab. Dieser Prozess kann im Sommer sogar umgekehrt werden, um Gebäude zu kühlen. Aufgrund der nötigen Tiefenbohrungen sind die Investitionskosten zunächst vergleichsweise hoch und eine Installation nicht auf jedem Terrain möglich. Die Energie- und Wartungskosten sind dafür relativ niedrig, sodass sich die Anschaffungskosten vergleichsweise schnell amortisieren.

Alternativ können auch Luft-Wasser-Wärmepumpen eingesetzt werden. Diese Systeme entziehen der Außenluft Wärme, selbst wenn die Temperaturen niedrig sind, und geben sie über einen Wärmetauscher an das Heizsystem im Haus ab. Obwohl die Effizienz von Luft-Wasser-Wärmepumpen von den Außentemperaturen abhängig ist, sind auch sie eine flexible und kostengünstige Option für Regionen mit gemäßigtem Klima.

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Heizen mit Solarstrom und Photovoltaik funktioniert mit Elektroheizungen, Wärmepumpen oder Brennstoffzellen

das stark wachsende Interesse an erneuerbaren Energien lässt das Heizen mit Photovoltaik zunehmend attraktiver werden
© ZeroEnergy Design

Solarenergie

Die Nutzung von Solarenergie für die Beheizung von Wohnungen und Häusern ist eine nachhaltige, kostengünstige und weit verbreitete Methode, die auf der Installation von Solarpanelen zumeist auf dem Dach eines Gebäudes basiert. Zur Warmwassererzeugung werden solarthermische Anlagen genutzt. Mithilfe von Sonnenkollektoren wird die Strahlung der Sonne absorbiert, und die erzeugte Wärme wird in ein Wärmeträgermedium, häufig Wasser oder eine spezielle Flüssigkeit, übertragen. Diese erhitzte Flüssigkeit wird dann durch ein Rohrsystem zu einem Wärmetauscher geführt. Dort wird die Wärme an das Heizsystem des Gebäudes abgegeben. Solche Anlagen eignen sich besonders gut für die Warmwasserbereitung und als Unterstützung anderer Heizsysteme.

Zusätzlich oder alternativ können auch Photovoltaikanlagen, die das Sonnenlicht direkt in elektrische Energie umwandeln, verwendet werden. Die erzeugte Elektrizität kann für elektrische Heizsysteme oder zum Betrieb von Wärmepumpen genutzt werden – eine besonders effiziente und langfristig sehr günstige Lösung. Moderne integrierte Systeme erlauben es zudem, sowohl Strom als auch Wärme aus einer Photovoltaikanlage zu gewinnen, indem überschüssige elektrische Energie gespeichert wird.

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