Das Aquarium – Ökosystem im Kleinformat
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Das Aquarium – Ökosystem im Kleinformat

Die einen sehen im Aquarium lediglich ein Dekorationsobjekt für das Wohnzimmer, andere erschaffen eine perfekte Miniwelt. Ein gepflegtes und schön angelegtes Aquarium ist das Schmuckstück jeder Wohnung. Für viele ist es interessanter als das Fernsehprogramm. Zudem hat ein Aquarium im Haus eine außerordentlich beruhigende Wirkung. Doch von der Aquaristik geht noch eine weitaus größere Faszination aus.  So schafft der Aquarianer eine funktionierende Welt nach seinen individuellen Vorstellungen. Ein Paradies im Kleinen. Er wird somit zum Schöpfer eines Ökosystems und kann alle Faktoren selbst beeinflussen.

Aquaristik – so wird ein aquatisches Ökosystem im Kleinformat geschafft

was ist wichtig beim Aquarium Einrichten
© Craig Lovelidge

Auf Dauer bleibt die Freude an einem Aquarium nur erhalten, wenn die Spielregeln der Natur eingehalten werden. In natürlichen Gewässern herrscht ein biologisches Gleichgewicht vor. Ein Aquarium und auch ein Gartenteich sind jedoch künstliche Systeme, welche Pflege und Unterstützung brauchen. Und so liegt die Hauptsorge auf der Wasserqualität. Ist diese vorzüglich, gedeihen die Fische und die Wasserpflanzen.

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das Aquarium als Dekorationsobjekt und Hobby mit beruhigender Wirkung

modernes interior design mit einbauaquarium und fenstersitz zum gucken und träumen
© Mesh Design Projects

In der Natur sorgen Mikroorganismen für eine ausreichende Versorgung des Ökosystems mit Nährstoffen. Im künstlichen Ambiente müssen diese gesondert zugeführt werden, um das sensible Ökosystem im Gleichgewicht zu halten. Seit vielen Jahren arbeitet die Firma Multikraft an der Renaturierung der Fauna von Wasserkörpern. Die österreichischen Pioniere züchten die nützlichen Kleinstlebewesen auf rein natürlicher Basis im Labor. So kann heute jeder effektive Mikroorganismen kaufen und die Wasserqualität des Aquariums entscheidend verbessern.

Aquarium einrichten

Vor einigen Jahren noch war es Mode, Goldfische in einem runden Wasserglas zu halten. Diese Form der Tierhaltung ist allerdings absolut unnatürlich und grenzt an Tierquälerei. Die runde Form lässt keine Differenzierung der Echos zu und das Tier verliert die Orientierung. Bei rechteckigen Aquarien werden die Schallwellen ungleichmäßig reflektiert und die Ortung von Gegenständen und Feinden wird erleichtert.

Standartbecken eignen sich besonders gut für Anfänger im Bereich der Naturaquaristik und bieten viele Gestaltungsmöglichkeiten

aquarien in klassischer größe haben die größte palette an ausstattungsmöglichkeiten
© Karl Muscat

Die absolute Grundausstattung besteht aus einem Deckel, einer Beleuchtung, einem Innenfilter und einem Heizstab. Je größer das Aquarium, desto stabiler bleiben die Wasserwerte. Der Anfänger startet mit einer Kantenlänge von 60x30x30 cm mit knapp 55 Litern Wasserinhalt. Abhängig ist das auch von der Größe der Wohnung. Der Standort sollte von Esstisch oder Couch einsehbar sein. Zu vermeiden sind Tür- und Fensternähe und die direkte Nachbarschaft zu Lautsprecherboxen.

Der Filter ist das Herz des Aquariums. Er wälzt das Wasser um, damit die effektiven Mikroorganismen ihre reinigenden Wirkungen ausführen können. Sie nehmen Ausscheidungen und abgestorbene biologische Materialien auf und verwandeln sie über ihre Verdauungsorgane in Nährstoffe, die dem Biotop wieder zu Verfügung gestellt werden. Ohne diese Vorgänge würde das Wasser schnell umkippen. Bis etwa 120 Liter ist ein Innenfilter geeignet.

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neben der Beleuchtung spielt der Filter eine extrem wichtige Rolle fürs biologische Gleichgewicht im Aquarium

die richtige wahl passender filter und filtermaterialien für das aquarium
© Maidenhead Aquatics

Bei größeren Projekten wird der Filter außen angebracht. Er darf niemals ausgeschaltet werden, weil sonst in kürzester Zeit die Mikroorganismen absterben und das Gleichgewicht im Wasser gestört wird. Mit dem Heizstab wird weniger das Wasser erwärmt als die Temperatur konstant gehalten, sind doch 2 °C Temperaturunterschied für einen Fisch eine Frage von Tod und Leben. Die optimale Temperatur für die meisten Zierfische liegt bei 24-26°C. Die Beleuchtung soll das Sonnenlicht imitieren. 10 bis 12 Stunden tägliche Bestrahlung sind für die Fotosynthesevorgänge der Unterwasserflora entscheidend.

Die Inneneinrichtung des Aquariums

Jetzt geht es mit der eigentlichen Arbeit los. Die Inneneinrichtung sollte penibel durchgeplant sein. So besteht der Bodengrund aus zwei Schichten. Eine Nährstoffschicht stellt ein Drittel des Bodens dar. Diese versorgt die Wurzeln der Wasserpflanzen. Darauf wird eine Kiesschicht geschüttet, die der Stabilität dient. Dabei sollte die Körnung 2 Millimeter nicht übersteigen und die Kanten abgerundet sein. Hiervon profitieren vor allem die Bodenfische.

ein Aquascape effektiv in einem Aquarium umsetzen

das aquarium faszinierend gestalten mit den richtigen wasserpflanzen, steinen, hälzern und substrat
© Ensoul

Jetzt können die Dekorationen angebracht werden. Diese dienen weniger dem Erscheinungsbild, sondern lassen vor allem Versteckmöglichkeiten und Revierzonenbegrenzung für die tropischen Fische zu. Dabei sind Gegenstände aus heimischen Wäldern ungeeignet, faulen diese doch schnell.

Die Pflanzen des Aquariums sind die grünen Lungen des Biotops. Im Zusammenspiel mit den Mikroorganismen sorgen sie für ausreichend Sauerstoff und verbessern die Wasserqualität. In der Regel sind 3 Pflanzen pro 10 Liter Wasservolumen ausreichend. Wer das Verhältnis von Pflanzen und Mikroorganismen beachtet, spart sich üblicherweise Dünger und zusätzliche Hilfsmittel. Jetzt kann der Fischbestand besorgt werden und los geht´s!

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echte Pflanzen sind eine wahre Bereicherung für das Aquarium

das richtige Verhältnis von Pflanzen und Mikroorganismen versorgt das Aquarium mit genug Sauerstoff und verringert die Düngung
© Sally K
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